Hörspiel / Feature

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Manuskripte

2012/2013 „Imaginary Landscapes – John Cage. Dialoge“
2013/2014 „Weltgeldautomat
2013 „Ausflug mit Vögeln“ für Deutschlandradio Kultur (Wurfsendung ), Ursendung Frühjahr 2014 (ab 31.3.)
seit 2013 „Two Halves of a Story“ und „Archiv I – Brigade“
2014 „Pilztrips“ für Deutschlandradio Kultur (Wurfsendung), Ursendung Herbst 2014 (ab 27.10.)
2015 "Fraternité - Eine deutsche Geschichte","Auf dem Holzweg" (Mikrohörspielserie)2016/18 "Am Ende der Erinnerung - Erkundungen im Sperrgebiet Hradiště" (Produktion April, Mai 2018), reinhören? (Teaser, © Jane Wegewitz 2018, Sprecherinnen und Sprecher: Karoline Knappe, Jörg Miethe und die Autorin, Ton und Schnitt: Patrick Becker, Bromologic-Tonstudio, Übersetzung: Monika Gibelová, Peter Fargaš), Ursendung: 11.3.19, 20 Uhr, Radio Blau
2018 "Das Fagus-Wunder"

Film

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(Auswahl)

Filmrezensionen

2001-2010, v.a. für player – Das Leipziger Kinomagazin
2008–2009 Redaktion Film (Kunststoff-Kulturmagazin)

Essay/Vortrag

2005– 2011 Filmeinführungen/Regiegespräche für die Cinémathèque Leipzig
2007 „Bewegte Landschaften. Ein Essay zur Landschaftsdarstellung im Film.“
(Vortrag, Abdruck in: Orientierungsraum Landschaft. Kunst ohne Metropole, Kunstverein Röderhof 2007)
2008 „Christian Petzolds YELLA“ (Vortrag, Filmschule Leipzig)

Lektorat

Drehbuchentwürfe/Treatments

Drehbuch

2016 "Fraternité - Eine deutsche Geschichte" (in Überarbeitung)

Bildende Kunst / Literatur

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(Auswahl)

Artikel

2006–2007 für Allgemeines Künstlerlexikon (AKL) des Saur-Verlags (de Gruyter), Fachbereich englischsprachige Künstler

Redaktion/Lektorat

2007 „z.B. – 20 Jahre Kunstverein Röderhof e.V.“ / „Erkundungen – Kunst- und Naturführer Huy
seit 2006 Wortraum-Edition

Essay

2009 „Temporary Fine Art – Neue Arbeiten von Frank Tangermann
2013 „Besuch einer Dame“ (zu einer Fotografie von Steffen Junghans)

Prosa

seit 2008 „Bildwechsel“ (mit Helen Müller)

Im Licht von Buchengrün

Auch hier sind die Wege nun zweimal, dreimal, viele Male gegangen und die Erinnerungen sind damit angekommen. In den Wegen. Ich steige einen Bruch hinunter und weiß die Meter, da unser Gespräch auf Israel kam. Und auf die Juden. Und auf uns und unseren Versuch, Positionen zu finden. Und nun laufe ich diesen einen Weg wieder und ich denke unser Gespräch erneut und ich frage mich hier, ob es uns gegeben ist, eine Position zu finden und ob wir es sollen oder wollen und was eine Position sein mag; was uns umtreibt und warum uns unter dem Buchengrün doch wieder Auschwitz begegnet und die Väter, die schon unsere Großväter sind. Und beide, Väter und Großväter unbekannt, sprechen wir unter dem Buchengrün über Israel und die Juden und über Palästina. Und Israel und die Juden und Palästina sind vor uns nie in diesem Buchenwald gewesen und nun sie sind da und hier laufen wir und sie begegnen uns und auf dem unteren Kammweg erst begegnen wir unseren Vätern und Großvätern und die machen uns stumm. Wo wir über Israel und die Juden, über Auschwitz und Palästina sprechen konnten, da machen uns die Väter und Großväter stumm auf dem unteren Kammweg und wir hören endlich die Kolkraben, den Specht und die Amsel. Das Sonnenlicht fällt durchs Blätterdach, zeichnet Schatten in Dein Gesicht und ich schaue die Schatten und ich kenne sie. Sie sind dem Buchenwald, sind Dein und sind mir. Hier.

(Bild 5 – aus der Serie BILDWECHSEL mit Helen Müller, © Jane Wegewitz, 2010)

2009 „Fund/Stücke“

EINE STUNDE HIMMELFAHRT. Offenes Fenster, Donnergrollen, ferne Blitze, Zimmer dämmrig, Kerzenlicht. Draußen Tröten, Flaschenklirren, Lachen. Nah das Rauschen warmen Regens, Kaffeeduft und eine Biene, feucht die Flügel, ruhend neben meiner Hand. Tropfenrhythmus – „plopp“ auf Holz und „pling“ am Glas, auf Keramik „ploing“.
Wind haucht frisch ins Zimmer, blättert Seiten und ich lese. WELCHER SINN VON ZWECK ZU REDEN. ES GENÜGT DER, ALLER ZWECKE. Kleine Wasserpusteln auf dem Tisch, „pling“, „ploing“, „plopp“. Eigen-, Unsinn, Wahn- und Irrsinn, Selbstzweck zwecklos. ESSENTIELLES UNVERMÖGEN. Blitzschlag! Krachen! Gelbes, rotes, blaues Zucken – Schreck lass nach und fahr mir aus den Gliedern! Neue Seite – MALUM, BONUM, sieh, das Gute liegt so nah. „Toktoktok“ am Fensterglas, nass und nässer wird’s, im Saal die Füße trocken in den Socken. Fern das Knattern eines Treckers, hier der Zweige tropfend Grün. Neue Seite – FREIHEIT ZUR VERNEINUNG. Kerzenflackern, Rauschen, Klopfen, Perlenschnüre ganz aus Tropfen. HOMO FABER, STERBLICHKEIT. Vom Dorf her Trommel und Fanfaren, WIRKLICHKEIT und „Tamtamtam“. Scherben, Brüllen, Helligkeit von Westen und die Nachtigall singt ungestört. Noch ein „Plopp“, noch einmal „pling“, Windhauch, Sonnenstrahlen – LABYRINTH DER EXISTENZ.     

Hans Jonas. Das Prinzip Verantwortung.

(Abdruck in: Fund/Stücke, Kunstverein Röderhof 2009)

Buch

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2017 "Broder, Cerf & Löbl - Nachbarn auf Zeit" (mit Tom Pürschel, Erscheinungsdatum: März 2017, Gestaltung: Franziska Frenzel, Verlag: Hentrich & Hentrich)

Biografische Skizzen zeichnen ein Bild der jüdischen Geschichte Leipzigs von 1900 bis 1941, erzählen vom Ankommen in einer wachsenden Stadt, von Neuanfängen und vom Alltagsleben in einer Zeit der Umbrüche: Moses Broder gründet ein bald expandierendes Metallwaren-Unternehmen, die Cerfs sind als Rechtsanwälte, Kaufleute und Künstler bekannt, die Löbls im Rauchwarengeschäft erfolgreich – die Familien sind selbstverständlicher Teil der städtischen Nachbarschaft. Die nachfolgenden Ereignisse spart das Buch nicht aus, berichtet von Inhaftierungen und Emigration, von Deportation und Ermordung, aber auch von mutigen Aktionen der Zivilcourage, von Widerstand und Neubeginn. Zahlreiche Fotografien sowie Briefe und viele andere Dokumente aus Privatbesitzerlaubten das Zustandekommen dieses besonderen Familienalbums.

(zweisprachige Ausgabe, Deutsch/Englisch)

zur Rezension bei Medaon